Burnout-Definition nach WHO (ICD-11)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Burnout als ein Syndrom, das aus chronischem Stress am Arbeitsplatz resultiert, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.
Die drei Dimensionen von Burnout:
Energiemangel / Erschöpfung
Gefühle von Energieverlust und totaler Erschöpfung. Sie fühlen sich ausgelaugt und können sich nicht mehr erholen.
- Chronische Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Körperliche Beschwerden
- Fehlende Erholung
Mentale Distanz / Negativismus
Zunehmende mentale Distanz zur eigenen Arbeit, Zynismus und negative Gefühle gegenüber dem Beruf.
- Innere Kündigung
- Zynische Einstellung
- Gleichgültigkeit
- Verlust der Empathie
Ineffektivität
Gefühle von verminderter Leistungsfähigkeit und Wirksamkeit. Selbstzweifel nehmen zu.
- Konzentrationsprobleme
- Fehleranfälligkeit
- Selbstzweifel
- Versagensängste
Das 7-Phasenmodell nach Matthias Burisch
Burnout entwickelt sich prozesshaft über verschiedene Phasen. Je früher Sie die Warnsignale erkennen, desto besser können Sie gegensteuern.
Warnsymptome der Anfangsphase
- Überhöhtes Engagement
- Hyperaktivität
- Gefühl der Unentbehrlichkeit
- Verleugnung eigener Bedürfnisse
- Erste körperliche Beschwerden
Reduziertes Engagement
- Für Klienten/Kunden: Verlust von Empathie
- Für andere: Ablehnung von Kontakten
- Für die Arbeit: Widerwillen, Desillusionierung
- Erhöhte Ansprüche: "Ich will mehr..."
Emotionale Reaktionen
- Depression: Schuldgefühle, Selbstmitleid
- Aggression: Schuldzuweisungen an andere
- Gereiztheit und Ungeduld
- Stimmungsschwankungen
Abbau
- Kognitive Leistung: Konzentrationsstörungen
- Motivation: Lustlosigkeit, Apathie
- Kreativität: Verlust der Fantasie
- Differenziertes Denken nimmt ab
Verflachung
- Emotionale Verflachung
- Gleichgültigkeit
- Sozialer Rückzug
- Hobbys verlieren Bedeutung
Psychosomatische Reaktionen
- Schlafstörungen
- Muskelverspannungen
- Kopfschmerzen, Rückenschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Herz-Kreislauf-Probleme
- Geschwächtes Immunsystem
Verzweiflung
- Gefühle der Hoffnungslosigkeit
- Existentielle Verzweiflung
- Suizidgedanken möglich
- ⚠️ Professionelle Hilfe dringend notwendig!
Selbstcheck: Wo stehe ich?
Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und reflektieren Sie ehrlich über Ihren aktuellen Zustand.
Welche Symptome treffen auf Sie zu? (Mehrfachauswahl möglich)
Übung: Atemmeditation (5 Minuten)
Diese einfache Atemübung hilft Ihnen, zu entspannen und den Moment bewusst wahrzunehmen.
Anleitung:
- Position: Setzen Sie sich bequem hin oder legen Sie sich auf den Rücken.
- Augen: Schließen Sie sanft die Augen.
- Atmung beobachten: Beobachten Sie einfach Ihren Atem, ohne ihn zu verändern.
- Einatmen: Zählen Sie beim Einatmen langsam bis 4.
- Halten: Halten Sie den Atem für 4 Zählzeiten.
- Ausatmen: Atmen Sie langsam aus und zählen Sie bis 6.
- Pause: Machen Sie eine kurze Pause von 2 Zählzeiten.
- Wiederholen: Wiederholen Sie dies für 5 Minuten.
Reflexion nach der Übung:
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Zusammenfassung
In diesem Modul haben Sie gelernt:
- ✅ Die offizielle Burnout-Definition der WHO mit ihren drei Dimensionen
- ✅ Das 7-Phasenmodell nach Matthias Burisch
- ✅ Warnsignale frühzeitig zu erkennen
- ✅ Eine erste Entspannungsübung für den Alltag
Wichtigste Erkenntnis:
Burnout ist ein Prozess, kein plötzlicher Zustand. Je früher Sie die Warnsignale erkennen und handeln, desto besser können Sie gegensteuern. Burnout ist vermeidbar und behandelbar!